Ein Jahr mit grossen Herausforderungen

15.12.2011

Die schwierige Lage an den Finanzmärkten hat 2011 auch die Vorsorgeeinrichtungen ALSTOM Schweiz vor grosse Herausforderungen gestellt. Sie passen deshalb per 1. Januar 2012 die Zinssätze und die technischen Grundlagen den neuen Gegebenheiten an.

Die Schuldenkrise in Europa und den USA hat 2011 die Finanzmärkte geprägt und die Anleger verunsichert. Dies drückte auf die Aktienkurse. Durch das historisch tiefe Zinsumfeld war das Umfeld auch für Obligationen- und Geldmarktanlagen ungünstig. Dementsprechend tief werden die Renditen per Ende Jahr ausfallen. Auch die Vorsorgeeinrichtungen ALSTOM Schweiz werden von dieser Entwicklung betroffen sein.

Zinssätze 2011 und 2012, Rentenhöhe
Trotz diesem ungünstigen Umfeld hat der Stiftungsrat der Pensionskasse und der Ergänzungsversicherung beschlossen, den Zinssatz für die Verzinsung der Sparkapitalien 2011 bei 2,0% zu belassen. Für 2012 wurde der reglementarische Zinssatz (Mutationszinssatz) in der Pensionskasse auf 1,5% festgelegt. Dies entspricht dem vom Bundesrat vorgegebenen Mindestzinssatz.
Die Ergänzungsversicherung wird das Jahr 2011 voraussichtlich mit einer Unterdeckung abschliessen und verzinst deshalb die Sparkapitalien 2012 mit einem Mutationszinssatz von 0,5%. Mit diesem Zinssatz werden die Altersguthaben im Fall von Mutationen während des Jahres verzinst (z.B. Austritte, Altersrücktritte).
Den definitiven Zinssatz 2012 für Versicherte, die per 31. Dezember 2012 in den Vorsorgeeinrichtungen ALSTOM Schweiz versichert sind, wird der Stiftungsrat Ende 2012 festlegen. Falls sich die Situation an den Finanzmärkten weiter verschlechtert, wird er auch den Mutationszinssatz nochmals überprüfen müssen.

Das individuelle Sparkapital wird mit einem Projektionszinssatz auf das Rücktrittsalter hochgerechnet. Dieser wird bei Alstom per 1. Januar 2012 von 2,0% auf 1,5% gesenkt. Die auf das Rücktrittsalter oder für einen Leistungsfall hochgerechneten Leistungen, die auf dem Versicherungsausweis ausgewiesen werden, werden somit mit einem vorsichtigeren Satz berechnet. Insbesondere für ältere Versicherte ergibt dies realistischere Annahmen.

Die Renten werden aufgrund der schwierigen finanziellen Lage per 1. Januar 2012 nicht erhöht.

Umstellung auf neue versicherungstechnische Grundlagen
Die Berechnung der Verpflichtungen einer Pensionskasse basiert auf technischen Grundlagen, den so genannten BVG-Grundlagen. In diese fliessen Daten wie z.B. die Sterbewahrscheinlichkeit, die Lebenserwartung oder das Invaliditätsrisiko ein. Da sich diese Parameter laufend verändern, werden die technischen Grundlagen regelmässig erneuert. Der Stiftungsrat der Pensionskasse und der Ergänzungsversicherung hat entschieden, per Ende 2011 den Wechsel von den Grundlagen BVG 2005 auf die Grundlagen BVG 2010 zu vollziehen. So werden aktuelle Gegebenheiten wie z.B. die weiter gestiegene Lebenserwartung korrekt abgebildet.

Technischer Zinssatz bleibt unverändert
Die mit den BVG-Grundlagen errechneten zukünftigen Verpflichtungen (z.B. Rentenzahlungen) werden mit einem technischen Zinssatz auf die heute notwendige Summe diskontiert. Dieser technische Zinssatz sowie die zusätzlich anfallenden Kosten müssen durch die Erträge aus den Finanzanlagen einer Kasse gedeckt werden. Der technische Zinssatz liegt bei 2,75% und wird zurzeit nicht angepasst, obwohl der Stiftungsrat aufgrund der schwierigen Lage an den Finanzmärkten eine Senkung in Betracht gezogen hat. Eine Senkung entspricht einer Reduktion der zu erzielenden Rendite, kann sich aber negativ auf den Deckungsgrad einer Kasse auswirken, da für die laufenden Verpflichtungen entsprechend zusätzliches Deckungskapital zurückgestellt werden muss.

Keine Teilliquidation gegeben
Unter Berücksichtigung der neusten Zahlen der Firma ALSTOM (Schweiz) AG und nach Abklärung mit dem Experten für die berufliche Vorsorge hat der Stiftungsrat festgestellt, dass bei den Vorsorgereinrichtungen ALSTOM Schweiz 2011 der Tatbestand der Teilliquidation nicht gegeben ist. Nach Vorliegen der definitiven Kennzahlen im Frühling 2012 wird der Stiftungsrat den Sachverhalt nochmals überprüfen.

Informationsveranstaltungen 2012
Die nächste Stiftungsratssitzung findet am 5. April 2012 statt. Im Mai und Juni 2012 wird in Mitarbeiter-Informationsveranstaltungen in Baden, Birr und Neuhausen über die neusten Entwicklungen informiert. Die genauen Daten werden rechtzeitig mitgeteilt.